15.11.2007

Kultureller Austausch trägt Früchte

Deutsch-beninische Jugend-Kulturwerkstatt vom Land Sachsen ausgezeichnet

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Die Deutsch-Beninische Jugendkulturwerkstatt ist im November im Rahmen des Wettbewerbs NOVUM von der Sächsischen Jugendstiftung für ihre kreative Weiterentwicklung der interkulturellen Jugendarbeit prämiert worden.
Das Projekt wurde initiiert durch die Landesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (LKJ) Sachsen e.V., die seit über 12 Jahren Anbieter von internationalen Jugendbegegnungen ist. Letzten Sommer wurde jedoch erstmals der europäische Kontext verlassen. Es handelt sich hierbei um den ersten Austausch zwischen einer deutschen Organisation und der beninischen Nicht-Regierungsorganisation GALOP Solidarité, einem Zusammenschluss junger Akademiker, die ehrenamtlich soziale Projekte verantworten.
Der Schwerpunkt dieses gemeinnützigen Kulturaustausches besteht darin, jungen Künstlern beider Nationen die Möglichkeit zu geben, eine kritisch-realitätsnahe Sichtweise auf das jeweils andere Land zu entwickeln. Zu diesem Zweck reisten vergangenen Juli 13 Schüler der Tanzklassen der Musikschule J.S.Bach in den westafrikanischen Staat. Benin gilt als eine der ärmsten Regionen Afrikas und ist Schwerpunktpartnerland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Etwa ein Drittel der Bevölkerung lebt in extremer Armut. Dazu gehören vor allem Frauen und Jugendliche ohne Schulabschluss, mehr als ein Drittel der Bevölkerung sind Analphabeten. Das sind die Fakten, die wir von diesem Land kennen. Dabei ist das Bild, was wir von Afrika haben, von den Medien gemacht. Das Wenige was wir wissen, lässt jedoch nur einen verzerrten Blick auf die Menschen und ihr Leben dort zu. „Wir haben die Wirklichkeit gesehen, als Europäer mit europäischem Blick. Ein wenig konnten wir in die Wirklichkeit unserer beninischen Freunde eintauchen, ihren Rhythmus, ihr Tempo leben... Im gemeinsamen Tun haben wir gespürt, wie nah wir einander in Wirklichkeit sind.“, erzählt Projektleiterin Marit Vissiennon von ihrer Reiseerfahrung.
Während der Begegnung ging es vorrangig um das gegenseitige Kennenlernen durch die Arbeit in künstlerischen Workshops, die Aufarbeitung von Fremdheitserfahrungen mittels der gesetzten Schwerpunkte Tanz, Musik und Fotografie. Zusammen mit beninischen jungen Leuten, die in ihrer Freizeit Musik machen und tanzen, wurde in Workshops eine gemeinsame Performance erarbeitet. „Es existieren keine Barrieren zwischen den Teilnehmern und es gibt keine Berührungsängste zwischen den Nationalitäten. Das Land ist einfach einzigartig und es ist unglaublich, wie zufrieden und freundlich die Menschen hier sind, trotz der ärmlichen Verhältnisse.“, resümiert Claudia Wagner, eine der Leipziger Studentinnen.
Wer jetzt Lust bekommen hat, auch Mal selbst einen Blick über den kulturellen Tellerrand zu wagen, kann sich die Ergebnisse des Fotoworkshops ab Anfang Januar im Rahmen einer Ausstellung in der Jugendherberge Colditz ansehen.
Einige der Fotos, die zu sehen sein werden, finden Sie im Anhang.

Mit den besten Grüßen,

Adina Schütze, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Ostra-Allee 25, 01067 Dresden, Tel: 0172/7726684